
Projekt Johann Strauss 2024/25
Im Schuljahr 2024/25 hat sich meine Orgelklasse ganz einem besonderen Anlass gewidmet:
Johann Strauss feierte 2025 seinen 200. Geburtstag.
Obwohl Strauss kaum als Orgelkomponist bekannt ist – abgesehen von seinem selten gespielten Hochzeitspräludium – eröffnet sein Werk faszinierende Möglichkeiten, die Orgel aus einer neuen, beinahe unerwarteten Perspektive zu zeigen.
Bereits zum vergangenen großen Strauss-Jubiläum habe ich für die Ausseer Orgelfestwochen zwei Werke für Orgel eingerichtet:
das Perpetuum Mobile sowie die Ouvertüre zu Eine Nacht in Venedig.
Beide Fassungen wurden dort in Form einer kleinen „Uraufführung“ vorgestellt.
Diese Bearbeitungen bildeten auch heuer einen wertvollen Ausgangspunkt für unser Jahresprojekt.
Gemeinsam tauchten wir tief in die Verbindung zwischen der historischen Entwicklung der Orgel und dem Schaffen von Johann Strauss ein – jenem Musiker, der zu seiner Zeit zu den ersten Musiker der Unterhaltungsmusik zählte. Drei Studierende widmeten sich dieser ungewöhnlichen Begegnung von Wiener Walzerseligkeit und Orgelklang und stellten ein eindrucksvolles Konzertprogramm zusammen.
- Chiaki Sato verband mehrere Werke der Filmmusik (Kino-Orgel) mit Bezügen zu Strauss und spielte meine Bearbeitungen sowie das Hochzeitspräludium. Sie eröffnete damit spannende klangliche Perspektiven.
- Karina Arsamikova komponierte eine eigenständige Hommage à Johann Strauss, die den Stil aufgriff und zugleich zeitgenössisch weiterdachte.
- Ulrich Lehensteiner steuerte eine originelle Polka inversa bei – ein höchst virtuoser Umgang mit Rhythmus, Form und Walzertradition.
Ein besonderer Höhepunkt folgte kurz vor dem runden Jubiläum: Am 25. Oktober 2025 widmete Radio Klassik Stephansdom die Sendung Orgel City Vienna vollständig unserem Projekt. Ein herzlicher Dank an Radio Klassik Stephansdom für diese Würdigung!
Hier der Link zum Nachhören (am Beginn ist auch ein interessanter Walzer von Schubert, gespielt auf dem Orgelautomaten von Abt Andreas des Schottenstiftes Wien zu hören).
